Projekt
Mind Wandering – also Aufmerksamkeitsverlagerungen hin zu aufgabenunabhängigen Gedanken – tritt während Lernaktivitäten häufig auf und sagt zuverlässig schlechtere Lernergebnisse voraus. Allerdings wurden Maße zur Erfassung von Mind Wandering für einfache Aufmerksamkeitsaufgaben entwickelt und bilden die Komplexität kognitiver Prozesse beim Lernen nicht angemessen ab. In Lernsituationen beschäftigen sich Lernende auch mit produktiven Gedankenprozessen wie Elaborieren, Integrieren und metakognitivem Monitoring. Bestehende Messinstrumente klassifizieren lernrelevante Gedanken jedoch häufig fälschlicherweise als Mind Wandering oder als Formen von Interferenz, was die Interpretierbarkeit einschränkt und die Fragestellungen begrenzt, die Forschende untersuchen können.
Dieses Projekt zielt darauf ab, ein neues Gedankenprotokoll zu entwickeln und zu validieren, das speziell für Lernkontexte konzipiert ist und in der Lage ist, Mind Wandering von anderen kognitiven Prozessen zu unterscheiden, die das Lernen unterstützen. Zunächst wird eine theoriegeleitete qualitative Analyse bestehender Daten aus Videovorlesungsaufgaben durchgeführt, um das neue Protokoll zu entwickeln. Anschließend werden Validierungsstudien mit dem neuen Instrument sowohl in deutscher als auch in englischer Sprache durchgeführt. Das Projekt wird ein rigoros validiertes Instrument hervorbringen, das eine präzisere Erfassung von Denkprozessen beim Lernen ermöglicht und Mind Wandering klar von anderen Gedankenarten abgrenzt, die zwar nicht unmittelbar auf den aktuellen Lerninhalt bezogen sind, das Lernen jedoch dennoch unterstützen.
03/2026 - 02/2027
LEAD

Wissenschaftliche Mitarbeiterin
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Wissenschaftlicher Mitarbeiter
+49 7071 979-224g.anders@iwm-tuebingen.de