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Wann und wie entscheiden wir uns für den Einsatz von KI?

Nico Ehrhardt und Arbeitsgruppe

11.8.2026

Nico Ehrhardt verteidigt erfolgreich Dissertation zum Umgang mit KI

Wann greifen Menschen auf Künstliche Intelligenz zurück – und wann verlassen sie sich lieber auf menschliche Expertise? Dieser hochaktuellen Frage widmete sich Nico Ehrhardt in seiner Dissertation am Leibniz-Institut für Wissensmedien (IWM). Seine Ergebnisse zeigen: Ob Menschen KI nutzen, ihren Empfehlungen folgen oder ihr sogar Entscheidungen überlassen, hängt keineswegs allein davon ab, wie sehr sie der Technologie vertrauen.

Drei Facetten der KI-Nutzung

Im öffentlichen Diskurs wird die Haltung gegenüber KI häufig als Frage von Akzeptanz oder Ablehnung dargestellt. Ehrhadts Forschung zeigt jedoch, dass die Beziehung zwischen Menschen und KI deutlich komplexer ist. In mehreren Studien untersuchte er drei unterschiedliche Aspekte: ob Menschen KI-Systeme überhaupt als Quelle für Rat oder Unterstützung wählen, ob sie KI-generierte Vorschläge übernehmen sowie die grundsätzliche Bereitschaft, Aufgaben und Entscheidungen an KI zu delegieren. Dabei zeigte sich, dass KI-Systeme zwar häufig als weniger vertrauenswürdig und risikoreicher wahrgenommen werden als menschliche Expert*innen, in bestimmten Situationen jedoch trotzdem bevorzugt genutzt werden. Die Entscheidung für oder gegen KI ist somit nicht allein eine Frage des Vertrauens.

Auch bei der Frage, ob Menschen KI-generierte Vorschläge übernehmen, spielen unterschiedliche Faktoren zusammen. Entscheidend ist beispielsweise, wie nützlich Nutzer*innen ein System wahrnehmen – oder ob es auf sie eher befremdlich oder „creepy“ wirkt.

Einsatz von KI: mehr als nur eine Vertrauensfrage

Zudem bedeuten Vertrauen und Akzeptanz nicht automatisch, dass Menschen Aufgaben an KI delegieren. Ausschlaggebend ist vielmehr die grundsätzliche Bereitschaft, Verantwortung an ein technisches System zu übertragen.

Die Dissertation macht deutlich, dass die Einbindung von KI kein einheitlicher Prozess ist. Wahrgenommene Nützlichkeit, Vertrauen, Delegationsbereitschaft und tatsächliche Nutzung hängen zwar miteinander zusammen, sind aber nicht dasselbe. Die zentrale Frage lautet daher nicht, ob Menschen KI akzeptieren, sondern unter welchen Bedingungen, für welche Aufgaben und mit welchem Maß an menschlicher Kontrolle sie KI einsetzen möchten.

Am 4. August verteidigte Nico Ehrhardt seine Dissertation erfolgreich. Auf seine Zeit am IWM als Teil der Arbeitsgruppe Alltagsmedien blickt er positiv zurück: „Das Institut war für mich der ideale Ort für meine Dissertation. Besonders die herzliche Arbeitsatmosphäre und die gute Vereinbarkeit von Care-Tätigkeiten und Arbeit habe ich sehr geschätzt. Für die Unterstützung und die vielen tollen Begegnungen bin ich sehr dankbar.“


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