Pressemitteilung

22.10.2026
Seit 2001 untersucht das IWM, wie Menschen mit digitalen Medien Wissen erwerben, verarbeiten und austauschen. Die Forschung reicht vom Lernen und Lehren in Schule und Hochschule über den Umgang mit Informationen im digitalen Alltag bis zum Lernen in Museen. Technologische Entwicklungen wie aktuell die generative KI werfen dabei immer neue Fragen auf. „Digitale Medien können heute noch viel mehr als vor 25 Jahren. Was uns am IWM antreibt, ist das Ziel, digitale Wissensumgebungen so zu gestalten, dass die gleichberechtigte Teilhabe, fundiertes Verstehen und einen konstruktiven gesellschaftlichen Diskurs fördern.“, sagt Prof. Dr. Ulrike Cress, Direktorin des IWM.
Hochrangige Gäste aus Wissenschaft und Politik würdigten die Arbeit des IWM. Der seit Juli 2026 amtierende Leibniz-Präsident Prof. Dr. Dr. h. c. Christoph M. Schmidt besuchte das Institut erstmals und informierte sich bereits am Vormittag über aktuelle Forschungsarbeiten. Auch die Rektorin der Universität Tübingen, Prof. Dr. Karla Pollmann, und Ministerialdirektor Dr. Hans J. Reiter als Vertreter des baden-württembergischen Wissenschaftsministeriums nahmen am Festakt teil. „Die Forschung des IWM leistet einen großen Beitrag, dass wir besser verstehen, wie Menschen gemeinsam Wissen konstruieren und welche Kompetenzen vorhanden sein müssen, damit wir uns in einer oft unübersichtlichen Informationslandschaft zurechtfinden.
In den 25 Jahren seines Bestehens hat sich das IWM zu einem nachgefragten Partner in der nationalen und internationalen Wissenschaftsszene deutlich über die Bildungsforschung hinaus entwickelt. Es ist aus der Leibniz-Gemeinschaft nicht mehr wegzudenken“, würdigte Leibniz-Präsident Christoph M. Schmidt das Institut.
Die enge Verbindung zwischen Universität und IWM hob Rektorin Karla Pollmann hervor: „Eine Universität lebt von starken Partnerschaften und von einem Forschungsumfeld, in dem unterschiedliche Perspektiven zusammenkommen und neue Ideen entstehen. Dabei spiegelt die Entwicklung des IWM in besonderer Weise die Ziele wider, die wir mit unserer universitären Exzellenzstrategie verfolgen: den Anspruch wissenschaftlicher Spitzenleistung, die Förderung eines kollaborativen Forschungsumfelds, die Offenheit gegenüber neuen technologischen Entwicklungen und das Bestreben, Forschungsergebnisse in den gesellschaftlichen Dialog einzubringen.“
Auch das Land Baden-Württemberg unterstrich die Bedeutung des Instituts. „Das IWM leistet beim Thema zukunftsfähiges digitales Lernen und Wissensvermittlung in einer vernetzten Welt wichtige Pionierarbeit an der Schnittstelle von Forschung und Praxis und hat sich zu einem wissenschaftlichen Leuchtturm entwickelt. Für uns ist das IWM ein unverzichtbarer strategischer Partner“, betonte Ministerialdirektor Dr. Hans J. Reiter.
Den Blick in die Zukunft richtete der Festvortrag von Prof. Dr. Axel Drecoll, Direktor der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten und langjähriger Kooperationspartner des IWM. Unter dem Titel „25 Jahre IWM und das Museum der Zukunft. Tübinger Impulse für das Begreifen und Verstehen in komplexen Wissensumgebungen“ beschäftigte er sich mit der zukünftigen Rolle von Museen als Orte der Wissensvermittlung.
Ein Höhepunkt des Festakts war die Eröffnung des neuen MuseumLab. Dort untersuchen Forschende, wie die Gestaltung von Ausstellungen beeinflusst, was Menschen wahrnehmen, wie sie sich mit Inhalten auseinandersetzen und was sie daraus lernen. Das Reallabor ermöglicht es, unterschiedliche Ausstellungssituationen unter kontrollierten und zugleich realitätsnahen Bedingungen zu untersuchen. Forschende können beispielsweise die Präsentation von Exponaten oder die angebotenen Informationen und Interaktionsmöglichkeiten variieren. Mithilfe von Eye-Tracking, Beobachtungen und Befragungen untersuchen sie, wie Besucherinnen und Besucher Ausstellungen wahrnehmen und erleben. „Im MuseumLab verbinden wir realitätsnahe Ausstellungssituationen mit kontrollierter Forschung. So können wir untersuchen, wie Ausstellungen das Lernen und Erleben beeinflussen – und gemeinsam mit Museen Erkenntnisse für die Praxis gewinnen“, erklärt Prof. Dr. Eva Specker, Leiterin der IWM-Arbeitsgruppe Ästhetik und Lernen und des MuseumLab.
Das MuseumLab knüpft an eine lange Forschungstradition an: Bereits 2006 startete am IWM das erste Projekt zum Lernen im Museum und zur Rolle digitaler Medien. Seither wurden dazu mehr als 40 Forschungsprojekte durchgeführt und knapp 100 wissenschaftliche Publikationen veröffentlicht. Gemeinsam mit Museumspartnern entwickelte und untersuchte das IWM unter anderem 26 Multi-Touch-Anwendungen für Ausstellungen.
Die begleitende Ausstellung „Zwischen Vitrine und Labor. Zur Geschichte der Museumsforschung am IWM“ zeichnet diese Entwicklung anhand ausgewählter Projekte und Forschungsergebnisse nach.
Am Freitag, 6. November 2026, öffnet das neue MuseumLab im Rahmen der Science & Innovation Days der Universität Tübingen von 14 bis 17 Uhr seine Türen für die Öffentlichkeit. Unter dem Motto „Wie lernen Menschen eigentlich im Museum?“ können Interessierte das Forschungslabor kennenlernen und Einblicke in die Museumsforschung des IWM erhalten. Der Eintritt ist frei.
Jubiläumswebsite: 25 Jahre IWM
Website MuseumLab: Das MuseumLab am IWM



Pressemitteilung | 6.11.2025